Leben und Arbeiten in den Niederlanden

Rund 380.000 Deutsche leben bereits in den Niederlanden. Viele weitere Menschen träumen vom Auswandern. Schon lange ist bekannt, dass „Oranje“ weit mehr zu bieten hat als Windmühlen, Käse und Tulpen. Gerade die relativ leicht zu erlernende Sprache und die kaum als exotisch zu bezeichnende Mentalität machen die Niederlande zu einem perfekten Auswanderungsland für Deutsche. Insbesondere für Deutsche, die nicht an einem Kulturschock interessiert sind, sondern sich möglichst heimisch fühlen möchten. Da Holland sowohl deutsches Nachbarland, als auch EU-Mitglied ist, gestaltet sich die Migration dorthin nicht allzu schwer. Dennoch gibt es einige Dinge, die beachtet werden sollten, wenn man in den Niederlanden leben und arbeiten möchte.

Unternehmen und Jobs für Deutsche

Deutschland gilt als einer der größten Handelspartner der Niederlande. Dies lässt sich nicht zuletzt auf die vielen Gemeinsamkeiten der beiden Länder zurückführen. Neben der wirtschaftlichen Zusammenarbeit pflegen die Niederländer zu den Deutschen zudem ein gutes Verhältnis in Bezug auf Politik, Kultur und Wissenschaft. Verschiedene Branchen, wie beispielsweise das Hotelgewerbe und die Gastronomie, die Bauindustrie, sowie das niederländische Gesundheitswesen sind auf der Suche nach geeigneten Fachkräften. Deutsche sind in der Regel dabei gern gesehene Arbeitnehmer. Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle die Bauindustrie, die einen hohen Bedarf an qualifizierten Ingenieuren hat. Grund sind die unterbesetzten technischen und naturwissenschaftlichen Studiengänge in Holland. Gerade im akademischen Bereich liegt die Arbeitslosenquote mit fünf Prozent unter dem europäischem Durchschnitt. Sie ist ein Indikator für die Anstrengungen, die die Niederlande in den letzten Jahren unternommen haben, um neue Arbeitsplätze für hochqualifizierte Arbeitnehmer zu schaffen. Generell ist die niederländische Wirtschaft mit ihrem jährlichen Wachstum auf dem Erfolgskurs. Bemerkenswert ist auch die Anzahl der nicht-europäischen Unternehmen, die ihren Hauptsitz in die Niederlande verlegt haben. Firmen wie Hewlett Packard (Amsterdam), Canon (Amsterdam), Lucent Technologies (Den Haag), Microsoft, Toshiba (Rotterdam) und PeopleSoft haben sich in den Metropolen unseres Nachbarlandes angesiedelt. Doch auch der Finanzsektor hat mit seinen zahlreichen Banken und Versicherungen einiges an lukrativen Arbeitsplätzen zu bieten. Neben dem Finanzsektor sind auch die Sektoren Schifffahrt, Dienstleistung und Agrarwirtschaft stark ausgeprägt. Im Allgemeinen gilt für Arbeitsuchende in den Niederlanden : wer etwas zur niederländischen Wirtschaft, Kultur oder Wissenschaft beisteuern kann, ist gerne gesehen und hat höhere Chancen im Land Arbeit zu finden.

Extra-Tipp: Amsterdam ist eine der europäischen Top-Städte in der Start-up Szene, d. h. hier finden sich interessante Jobs für deutsche Muttersprachler.

Arbeitserlaubnis

EU-Bürger haben das Recht jederzeit mit einem gültigen Ausweis oder Reisepass in die Niederlande zu reisen und dort nach Arbeit zu suchen. Als Tourist ist es erlaubt, ohne jegliche Anmeldung, drei Monate im Land zu leben. Möchte man dauerhaft in den Niederlanden bleiben, sollte sich bei der Meldebehörde des jeweiligen Wohnorts gemeldet und dies dort angeben werden. Die Prozedur ist die gleiche wie bei einem regulären Umzug innerhalb von Deutschland. Ab diesem Zeitpunkt bleiben drei Monate Zeit um nach einer Stelle zu suchen. Nach den drei Monaten sollte man aber einen Arbeitsplatz gefunden haben, so dass den Steuerzahlern nicht zur Last gefallen wird. Grundsätzlich wird keine Aufenthaltsgenehmigung von EU-Bürgern benötigt. Eine Registrierung bei der örtlichen Einwanderungsbehörde genügt. Dort muss man schließlich die Gründe für seinen Aufenthalt angeben. Ist dies erledigt, erhält man einen Aufkleber in Personalausweis oder Pass, der bestätigt, dass der Aufenthalt in den Niederlanden legal erfolgt. Nach fünf Jahren besteht zudem die Möglichkeit eine Daueraufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Diese Schritte sind jedoch nicht zwingend notwendig, aber trotzdem empfehlenswert. Somit ist der Zugang zu allen öffentlichen Diensten und, im Fall eines Krankheitsfalls, zur Sozialversicherung gewährleistet. Teilweise kann es dazu kommen, dass der Arbeitgeber oder eine Bank einen Nachweis des legalen Aufenthalts verlangt.

Bildung

Das Schulsystem ist in den Niederlanden im Gegensatz zum deutschen Schulsystem staatlich geregelt. Ein Großteil der niederländischen Kinder wird bereits mit vier Jahren eingeschult. Die allgemeine Schulpflicht beginnt aber erst ab dem fünften Lebensjahr und endet mit Vollendung des 16ten Lebensjahres. In den Niederlanden dauert die Grundschulzeit acht Jahre. Grundsätzlich herrscht im Land freie Schulwahl. Anders als in Deutschland, sind in den Niederlanden ca. zwei Drittel aller Schulen auf eine bestimmte Konfession ausgerichtet. Englisch gilt in Holland als Pflichtfremdsprache. Obwohl ein Rückgang bei der Zweitfremdsprache, die oftmals Deutsch darstellt, zu verzeichnen ist, wird gerade im außerschulischen Bereich viel Wert auf die Sprache gelegt. Dies liegt insbesondere an den Wirtschafts- und Handelsbeziehung zwischen den Niederlanden und Deutschland. Außerdem gibt es in den Niederlanden verschiedene Arten von weiterführenden Schulen. Hier kann man sich für den Beitritt zur Hochschule qualifizieren. Im Land gibt es, wie auch in Deutschland, zwei Arten von Hochschulen: die Universität und die Fachhochschule. Beide genießen einen ausgezeichneten Ruf. Nach Abschluss des Studiums gelten die Absolventen als optimal auf das Berufsleben vorbereitet.

Sprache und Handelsbeziehungen

Die offizielle Sprache des Landes ist Niederländisch. Viele Niederländer haben aber zusätzlich sehr gute Fremdsprachenkenntnisse in Englisch und zum Teil sogar in Deutsch. Die Verständigung gestaltet sich also nicht unmöglich, sollte man der Landessprache nicht mächtig sein. Niederländisch weist zudem eine Sprachverwandtschaft mit dem Deutschen auf. Ein Grund der dazu beiträgt, dass es vielen Menschen leichter fällt diese Sprache zu erlernen. Im Übrigen sind viele niederländische Unternehmen auf der Suche nach Arbeitskräften mit guten Deutschkenntnissen.

Rund 100 Milliarden Euro erreichte das Handelsvolumen zwischen Deutschland und den Niederlanden im Jahre 2001. Mittlerweile ist die Zahl nochmals gestiegen und gilt als weltweit höchstes Handelsvolumen zwischen zwei Ländern. Deutschland ist ein wichtiger Absatzmarkt für Erdölprodukte, Erdgas und Computer. Aber auch landwirtschaftliche Produkte wie Tierfutter oder Käse und Tomaten werden regelmäßig exportiert. Von Deutschland erhalten die Niederlande einen großen Teil ihrer Metall- und Chemieerzeugnisse. Darüber hinaus exportiert Deutschland viele Autos, der großen deutschen Marken (Volkswagen, BMW, Mercedes) in die Niederlande.

Wohnen und Gesellschaft

Die meisten Niederländer (über 50 Prozent) leben in einem Eigenheim. Da es in den Niederlanden nicht unüblich ist, häufiger umzuziehen, befindet sich der Immobilienmarkt ständig in Bewegung. Wie auch in anderen Ländern, ist es in den Niederlanden relativ kostspielig in einer großen Stadt wie Amsterdam zu leben. Bei Wohnungsbaugesellschaften kann man sich jedoch über günstigere Wohnung, die abhängig von Einkommen und Anzahl der Bewohner sind, informieren. Hier werden Wohnungen, so wie Bewerber in einen „freien Sektor“ und in die „soziale Miete“ unterteilt. Wer momentan auf der Suche nach einer Wohnung oder einem Eigenheim ist, hat jedoch eine sehr große Auswahl an Wohnungen und Häusern.

Deutsche in den Niederlanden

In den Niederlanden leben rund 380.000 Deutsche. Täglich pendeln zudem etwa 25.000 Deutsche über die Grenze. An einer deutschen Community teilzuhaben wird sich somit als ein Leichtes herausstellen. Sofern dies nicht von Interesse ist, kann problemlos über das Wochenende zurück ins Heimatland gefahren werden. Zum Besuch von Freunden und Familie.

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