Leben und Arbeiten in Kanada

Jährlich lockt Kanada mit seiner atemberaubenden Natur und seinen pulsierenden Metropolen Millionen von Touristen an. Doch das Land ist nicht nur für Touristen interessant: Der nordamerikanische Staat gilt als eines der beliebtesten Auswanderungsziele weltweit.

Das Land hat alles: Faszinierende Metropolen, darunter die Hauptstadt Ottawa, Vancouver und Toronto, und gleichzeitig einzigartige Landschaften, wie etwa die Rocky Mountains und den Banff-Nationalpark. Die Natur, die Kanada zu bieten hat, lässt dich aus dem Staunen gar nicht mehr herauskommen.

Doch auch aus wirtschaftlicher Sicht ist Kanada für potentielle Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen zweiten Blick wert: Fachkräfte sind generell willkommen, denn Kanada ist vergleichsweise dünn besiedelt. Welche Berufe in Kanada besonders gefragt sind, welche Chancen Deutsche auf dem kanadischen Arbeitsmarkt haben, was nötig ist, um dauerhaft in Kanada leben und arbeiten zu dürfen und was dich überhaupt genau in diesem großartigen Land erwartet, wird dir dieser Artikel verraten.

Unternehmen und Jobs für Deutsche

Die Arbeitslosenquote lag 2015 außerdem bei rund 6,9% und macht Kanada damit aus ökonomischer Sicht zum attraktiven Auswanderungsziel. In Kanada haben Fachkräfte gute Aussichten auf einen Job. Ingenieure, Handwerker, Techniker oder Ärzte sind nur eine Auswahl der Berufsfelder, die für Deutsche interessant sein können. Die wichtigsten Wirtschaftsbereiche Kanadas sind die Biotechnologie sowie die Holz- und Chemieindustrie. Das Land ist außerdem bekannt für sein Rohstoffvorkommen (der nordamerikanische Staat weist große Erdölreserven, Erdgas und Mineralien auf).

Das Lohnniveau variiert zwischen den Regionen. 2015 lag das Durchschnittseinkommen Kanadas bei rund 47.000 US-Dollar. Die Berechnung der Einkommenssteuer erfolgt in Kanada nach zwei Stufen und die zu zahlende Einkommenssteuer liegt zwischen 15% und 29%. Zusätzlich gibt es Provinzsteuern, die zwar einen vergleichsweise geringeren Anteil ausmachen, aber dennoch im Vorfeld mit einberechnet werden sollten. In einigen Provinzen werden des Weiteren Abgaben zum Erhalt des steuerfinanzierten Gesundheitssystems geleistet.

Arbeitserlaubnis

Mit gültigem Reisepass können Deutsche bis zu sechs Wochen durch Kanada reisen. Wer allerdings plant, länger zu bleiben, und auch in Kanada arbeiten möchte, braucht eine Arbeitserlaubnis. Die „Temporary Work Permit“, eine befristete Arbeitserlaubnis, sollte rechtzeitig eingereicht werden, da die Bearbeitung einige Wochen in Anspruch nimmt. Es ist außerdem wichtig, bereits von Deutschland aus einen Arbeitgeber ausfindig zu machen, um bei der kanadischen Behörde ein Jobangebot vorweisen zu können. Der Arbeitgeber muss dabei zusätzlich bestätigen, dass er für diesen Job keine kanadische Fachkraft zur Verfügung hat.

Die dann hoffentlich im Anschluss erteilte Arbeitserlaubnis kann für mehrere Jahre gelten. Wer aber plant, für einen gänzlich unbestimmten Zeitraum in Kanada zu bleiben, vielleicht sogar für immer auswandern möchte, der muss einen „Permanent Residence“-Antrag stellen. Im Zuge dieses Antrags wird der Antragsteller nach einem Punktesystem kategorisiert. Bewertet werden beispielsweise Sprachkenntnisse, Bildungsniveau, berufliche Qualifikationen oder die Affinität zu Kanada selbst.

Tipp: Die ”International Experience Canada” gibt Menschen zwischen 18 und 35 Jahren die Möglichkeit Kanada zu entdecken und für bis zu 12 Monate in Kanada zu arbeiten. Es gibt drei verschiedene Visa-Kategorien: Working Holiday, Young Professional und Internship. Während das Working Holiday Visum nicht an einen Arbeitgeber gebunden ist, benötigt man für Young Professional und Internship vor Beantragung einen Vertrag mit einem Arbeitgeber in Kanada.

Bildung

Kanada ist bekannt für sein gutes Schulsystem und ein hohes Bildungsniveau. In Deutschland variiert das System je nach Bundesland, in Kanada verhält es sich in Bezug auf die unterschiedlichen Provinzen ähnlich.

Das Schulsystem Kanadas beinhaltet Elementary Schools, Middle Schools und Secondary High Schools. Der erfolgreiche Abschluss der High School erfolgt nach 12 Jahren. Rund 90% der Schüler besuchen öffentliche Schulen, Eltern können zusätzlich zwischen Privatschulen, Tagesschulen oder Hausunterricht wählen.

Die einzelnen Bestimmungen für Universitäten und Hochschulen liegen auch bei den Provinzen. Große Qualitätsunterschiede sind deshalb aber nicht zu verzeichnen. Die verschiedenen Universitäten und Hochschulen bieten Bachelor-, Master- und Ph.D-Abschlüsse an und laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes waren 2012 rund 1500 Deutsche an einer kanadischen Hochschule oder Universität eingeschrieben.

Sprache und Handelsbeziehung

Der nordamerikanische Staat ist bekannt für seine Zweisprachigkeit: In Kanada sind Englisch und Französisch die anerkannten Amtssprachen.

Wer eine Niederlassung in Kanada plant, sollte die Seite der Deutsch-Kanadischen Industrie- und Handelskammer besuchen, dort finden sich alle wichtigen Hinweise zum Aufbau eines Unternehmens in Kanada. Was die deutsch-kanadischen Handelsbeziehungen im Allgemeinen betrifft, so liegen die Werte weit unter dem eigentlichen Potential beider Länder. 2014 betrug der Wert deutscher Exporte nach Kanada 8,6 Milliarden Euro, der Wert kanadischer Exporte nach Deutschland lag bei 3,4 Milliarden Euro. Der allgemeine Trend zeigt aber, dass die kanadischen Rohstoffvorkommen für den deutschen Markt zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Wohnen und Gesellschaft

Kanadas Kultur ist vielfältig: Viele Regionen bieten Auswanderern verschiedenster Herkunft gute Jobaussichten. Die größte Provinz Kanadas ist Quebec und im Gegensatz zu anderen Provinzen ist Französisch hier die alleinige Amtssprache. Überhaupt ist die ganze Provinz durch einen französischen Stil geprägt. Andere der insgesamt zehn Provinzen sind beispielsweise Alberta, Ontario oder British Columbia.

Die Lebenshaltungskosten in Kanada lassen sich mit denen von Deutschland vergleichen und variieren zwischen verschiedenen Provinzen und Städten. Die Mieten sind in den Ballungszentren hoch, die monatliche Miete einer möblierten 2-Zimmer-Wohnung in Montreal liegt bei umgerechnet etwa 1.030 Euro. Mietverträge werden üblicherweise über einen Zeitraum von einem Jahr geschlossen. Es lohnt sich zudem, über einen Hauskauf nachzudenken, da dieser oft eine lukrative Investition darstellt.

Als im Vergleich zu Deutschland etwas günstiger gelten Kleidung oder Benzin, Lebensmittel werden dagegen oft als sehr kostspielig beschrieben. Zu berücksichtigen ist außerdem, dass ausgeschriebene Preise in Kanada meist Netto-Preise darstellen. Je nach Provinz werden unterschiedliche Steuersätze zu den Preisen addiert, in der bei Deutschen beliebten Provinz Alberta liegt dieser Zuschlag beispielsweise bei 6%.

Im Großen und Ganzen gilt: In Kanada kannst du alles finden, ganz gleich, ob du dich nach Ruhe und Abgeschiedenheit sehnst oder auf der Suche bist nach einem aufregenden Abenteuer in der Großstadt. Wichtig ist, sich vorher mit Lohn- und Mietniveaus der verschiedenen Provinzen und Städte vertraut zu machen, um bösen Überraschungen und unnötigen Komplikationen vorzubeugen.

Deutsche in Kanada

Deutschkanadier sind Teil der kanadischen Kultur. Eine Volkszählung im Jahr 2006 ergab einen Anteil von 10% der Gesamtbevölkerung von 3,2 Millionen Menschen, die deutsche Vorfahren haben. Deutsche finden sich vor allem in den Prärieprovinzen, darunter fallen Saskatchewan, Manitoba und Alberta. Die Städte mit den größten Anteilen an deutschstämmigen Bewohnern sind Toronto und Vancouver, gefolgt von Winnipeg, Kitchener und Montreal.

Kanada zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Auswanderungszielen der Deutschen. Viele Einwanderer erhoffen sich dort bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Mit der richtigen Vorbereitung und der Erfüllung aller wichtigen und teilweise komplexen Kriterien, die für einen dauerhaften Aufenthalt in Kanada zu erfüllen sind, lässt sich der Traum vom Leben und Arbeiten in Kanada verwirklichen!

 

Job teilen