Wie du einen Lebenslauf auf Englisch verfasst

Vielleicht spielst du mit dem Gedanken, nach dem Studium oder nach deinem ersten Job etwas Auslandserfahrung zu sammeln und dich für einen Job im Ausland zu bewerben. Nachdem du erst einmal nach passenden Stellen gesucht hast, stellt sich nun die Frage, wie schreibt man eigentlich neben einem Anschreiben, das auch bei einer Bewerbung auf Englisch dazugehört, einen guten Lebenslauf auf Englisch? Kann ich einfach meinen deutschen Lebenslauf übersetzen oder gibt es andere Konventionen, die ich beachten muss? Denn auch, wenn es ein deutschsprachiger Job im Ausland ist, ist es besser eine Bewerbung auf Englisch zu schreiben, da es sein kann, dass der zuständige Personaler kein Deutsch spricht.

Je nachdem, ob du dich in den USA bzw. bei einem US-amerikanischen Unternehmen bewirbst oder in Großbritannien bzw. anderen englischsprachigen Ländern, gibt es zwei unterschiedliche Formate des Lebenslaufs:

  • USA: Resume
  • Großbritannien: CV (Curriculum Vitae)

Beide unterscheiden sich darin, dass das Resume recht kurz und knapp gehalten werden soll. Das bedeutet, die wichtigsten Stationen in Beruf und Ausbildung werden aufgezählt aber nicht der ganze Lebenslauf. Dementsprechend soll das Resume ein bis maximal zwei Seiten lang sein. Beim CV hingegen wird der komplette Lebenslauf mit allen Stationen aufgeführt. Dementsprechend kann der CV bis zu vier Seiten lang sein.

Was den Aufbau und den Inhalt angeht, unterscheidet sich der deutsche vom englischen Lebenslauf in mehreren Aspekten. Im Folgenden wird dir Punkt für Punkt geschildert, wie ein CV bzw. Resume strukturiert ist. Vorab zwei wichtige Punkte, auf die du unbedingt achten solltest. Zum einem wird im Englischen kein Foto auf dem Lebenslauf verwendet. Grund dafür ist das Antidiskriminierungsgesetz. Zum anderen werden Informationen umgekehrt chronologisch dargestellt, das bedeutet du fängst mit deinen aktuellsten Stationen an. Denke auch bei der Erstellung des englischen Lebenslaufs immer aus der Perspektive des Personalers. Überlege dir, nach welchen Schlagworten und Qualifikationen er sucht und schreibe diese ausdrücklich in den Lebenslauf. Nur Daten die schwarz auf weiß auf dem Papier stehen, sieht der Personaler. Je genauer du deine Erfahrung darstellst und mit Beispielen belegst, desto besser kann sich der Personaler ein Bild von dir machen. Wenn du eine Leistung nicht oder nur schwammig darstellst, bleibt am Ende auch nur ein vager Eindruck von dir. Im Zweifelsfall wird ein Kandidat vorgezogen, der möglicherweise genauso viel Erfahrung mitbringt wie du, diese aber besser auf dem Papier darstellen kann. Benutze daher aktive Wörter, das heißt etwa deine Arbeit genauestens und aktiv zu schildern. Schreibe beispielsweise nicht „Mitarbeit im Controlling“, sondern gebe stattdessen „Eigenständige Durchführung von Buchungen und Rechnungserstellung“, „Leiter eines Projekts zur Verbesserung der Key Performance Indicators“ an.

Nachfolgend geben wir dir detaillierte Informationen, wie du einen perfekten englischen Lebenslauf hinbekommst.

Überschrift

Eine Überschrift wird nur beim CV benötigt. Hier kannst du einfach ”CV” oben auf die Seite schreiben. Beim Resume ist dies nicht üblich.

Persönliche Angaben

Unter den persönlichen Angaben solltest du deinen Namen und deine Kontaktdaten wie Anschrift, E-Mailadresse und Telefonnummer angeben. Wie im Deutschen ist es mittlerweile übrigens auch im Englischen in Ordnung, wenn du deine Handynummer angibst und nicht deine Festnetznummer. Achte darauf, eine seriös wirkende E-Mailadresse anzugeben. Dies ist auch schon alles, denn im Englischen erfolgen keine weiteren Angaben zu Religionszugehörigkeit, Geburtsdatum und Beziehungsstatus.

Motivationsschreiben

Diesen Abschnitt gibt es im Deutschen nicht und ist beim CV und beim Resume optional. Dennoch führen wir ihn für dich auf, da du hier mit einer guten Argumentation punkten kannst. Stelle deine Motivation dar, warum du dich für diesen Job beworben hast und wie der Job in deine Karriereplanung passt.

Dein Profil – Deine Stärken

Auch diesen Punkt findest du normalerweise nicht im klassischen deutschen Lebenslauf. Schreibe hier kurz und prägnant zwei bis drei Sätze zu deinen Erfolgen und Stärken. Im Prinzip ist dies eine Kurzzusammenfassung deiner Person, in der deine Alleinstellungsmerkmale herausgestellt werden sollen. Hier kannst du glänzen und deine Besonderheiten darstellen, um nicht in der Masse der Bewerber unterzugehen, die wie du auch alle das Gleiche studiert haben. Wie auch das ”Career Objective” ist das ”Personal Profile” optional.

Berufserfahrung

Bei der Berufserfahrung kannst du deine bisherigen Positionen darstellen und auch Praktika erwähnen. Stelle sicher, dass du zu jedem Punkt ein paar Stichworte mit deinen Verantwortlichkeiten, größten Erfolgen und gut gelaufenen Projekten darstellst. Aber denk daran, dass du beim Resume nur die wichtigsten Jobs darstellst.

Ausbildung

Hier gehören deine schulische und universitäre Ausbildung, wie oben angemerkt in umgekehrter chronologischer Reihenfolge, hin. Es bietet sich an, kurze Stichpunkte zu deinen Schwerpunkten im Studium zu machen und bei einem sehr guten Abschluss auch deine Note anzugeben. Falls du zusätzliche Trainings oder Weiterbildungen absolviert hast, kannst du diese unter einem eigenen Punkt aufführen. Dieser heißt „Advanced Training“. Auch hier gilt, einen Word Grundlagen Kurs sollte man nicht aufführen, sondern nur spezifische fachliche oder Soft Skill Kurse, die für diese Position relevant sind.

Interessen

Der vorletzte Teil, nämlich Angaben zu deinen Hobbies oder Interessen zu machen, ist optional. Wenn du also lediglich ganz normale Hobbies hast wie lesen, schwimmen und dergleichen, dann tust du dich besser daran, dies nicht zu erwähnen. Nur falls das Hobby in Zusammenhang mit der Position steht, kannst du es hineinschreiben, um deine Eignung als Kandidat zu verstärken. Wenn du dich beispielsweise für eine leitende Position bewirbst und du in deiner Freizeit bereits Führungsaufgaben in Vereinen übernommen hast, dann zeigt das dem Personaler, dass du bereits Erfahrung darin hast und dich nicht blindlings auf Stellen bewirbst. Ein weiterer Fall wäre, wenn du dich bei einem Unternehmen im Sportbereich bewirbst und Sport tatsächlich deine Leidenschaft ist. Möglicherweise kannst du dann das ein oder andere Abzeichen vorweisen. Sei aber vorsichtig, wenn es darum geht, den Zeitrahmen deiner Aktivitäten zu erwähnen. Personaler sehen es nicht so gerne, wenn du ein sehr zeitintensives Hobby hast.

Referenzen

Anders als im Deutschen ist es im Englisch üblich, Referenzen anzugeben. Solltest du dies nicht sofort machen wollen weise zumindest mit einem Satz darauf hin, dass diese nachgereicht werden können, falls gewünscht. Der entsprechende Satz wäre „References available upon request“.

Wenn du diese Tipps berücksichtigst, bist du anderen Bewerbern schon weit voraus. Wenn du eine positive Rückmeldung bekommen hast, ist der nächste Schritt, sich auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Gerade bei Gesprächen in einer Fremdsprache tun sich viele Bewerber schwer, spontan auf Fragen zu antworten. Auch das Gespräch über den Werdegang, den sie auf Deutsch ohne Probleme vorstellen können, kann unter Umständen nur stockend in der fremden Sprache vorgebracht werden. Grund sind fehlende Wörter oder Unsicherheit in der richtigen Aussprache. Um dies zu vermeiden gilt: Was du vorbereiten kannst, das solltest du vorher üben. Wir wünschen dir dabei viel Erfolg!

 

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