Spanien

Leben und Arbeiten in Spanien

Die Sonne, das Meer, das tolle Wetter, die glücklichen Menschen, das gute Essen und viel Entspannung. So stellen sich viele Leute Spanien vor. Mit all den historischen Plätzen und langen Stränden ist Spanien eins der berühmtesten Reiseziele. Aber was, wenn du nicht nur das südeuropäische Land für einen Urlaub besuchen möchtest, sondern dort bleiben möchtest und es zu deinem neuen Zuhause machen möchtest? In diesem Guide werden wir dir alles über das wunderschöne Land berichten: von der spanischen Kultur bis hin zu praktischen Infos, zum Beispiel, wie man eine Wohnung findet und sich als Einwohner in Spanien registriert.  

Luftaufnahme von Madrid, der Hauptstadt von Spanien Luftaufnahme von Madrid, der Hauptstadt von Spanien

Leben in Spanien 

Wesentliche Informationen zu Spanien 

 

  • Wetter: Spanien hat verschiedene Klimazonen. Generell hat das Land ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden Wintern. In der Mitte von Spanien hat eher ein Kontinentalklima mit heißen und trockenen Sommern und kalten Wintern. Der Norden hat ein eher Atlantisches Klima, sodass es das ganze Jahr über etwas feuchter und kälter ist. 
  • Bevölkerung: Ungefähr  47.400.000 Einwohner 
  • Geschichte: Die Iberer sind eine der ersten Bevölkerungsgruppen, die in Spanien lebten. Das ist auch der Grund, warum Spanien früher auch Hiberia hieß. Danach nannten die Römer es Hispania, woher dann “Spanien” abgeleitet wurde. 

 

Wusstest du? 

 

  • Spanien ist das zweitgrößte Land der EU
  • Spanien hat 47! UNESCO Weltkulturerben 
  • Spanien ist der größte Hersteller von Olivenöl
  • Das älteste Restaurant der Welt befindet sich in Madrid 
  • Jede Region, wie zum Beispiel Katalonien, hat ihre eigenen Spezialitäten und Traditionen
  • Es gibt vier offizielle Sprachen: die Katalanische, Aranesische, Baskische und Galicische Sprache. 

Eine Wohnung in Spanien finden 

Santanyí, Mallorca Santanyí, Mallorca

Eine der obersten Prioritäten vor der Auswanderung nach Spanien sollte die Wohnungssuche sein. Denn besonders wenn es in große Städte wie Madrid oder Barcelona gehen soll, sieht man sich mit einem extremen Wohnungsmangel konfrontiert. Schockieren können zudem auch die hohen Preise, die in Madrid beispielsweise deutlich über 500 Euro für eine Zweizimmerwohnung in dezentraler Lage betragen können. Wer dagegen ein Haus kaufen will, darf sich über in den letzten Jahren deutlich gesunkene Preise freuen, insbesondere an der Costa Blanca im Südosten des Landes, wo das Wohnungsangebot sehr groß und die Preise niedriger sind. Es wird empfohlen, die Suche nach einer Unterkunft in Spanien zu beginnen, da die spanischen Vermieter persönliche Treffen bevorzugen und für ihre Ehrlichkeit und Gastfreundschaft bekannt sind. Die Webseiten wie Fotocasa und Tucasa können bei der Suche einer Unterkunft hilfreich sein. 

Wie man die Zeit in Spanien verbringen kann 

Spanien bietet eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten an. Für jeden ist etwas dabei; ob du das aufregende Nachtleben erleben willst, lieber am Strand liegst oder doch eher Stadttouren machst und die historischen Gebäude und Wahrzeichen besichtigen möchtest. Zum Beispiel sollte man  Barcelonas Sagrada Familia und Gaudi Stellen, das Guggenheim Museum in Bilbao oder Die weißen Türme von  Andalusien besuchen.  Des Weiteren hat Spanien viele Festivals, Live-Konzerte und großartige Veranstaltungen zu bieten. Schau dir dazu die Liste “Die besten Events in Spanien” an, wenn du an Festivals interessiert bist. Jedoch sind die meisten Festivals und öffentliche Veranstaltungen durch die Corona-Pandemie abgesagt, die Maßnahmen werden wohl auch in 2021 fortgesetzt. Nichtsdestotrotz kannst du dich schon für deinen Umzug nach Spanien vorbereiten und eine Liste von Veranstaltungen erstellen, die du unbedingt besuchen möchtest, sobald es wieder sicher ist. Zusätzlich lieben Spanier ihr Sport und es gibt viele Outdoor-Aktivitäten, die ausüben kann: Ski-Fahren in den Pyrenäen und Kitesurfen im Mittelmeer. Und wie man weiß ist Fußball der wichtigste Sport in Spanien; die Leute lieben es, Fußball zu spielen und es in den Stadien und im TV zu sehen. Abgesehen davon bieten verschiedene Regionen Spaniens verschiedene Sportmöglichkeiten. Zum Beispiel kann man im Baskenland viele Aktivitäten machen, wo man viel körperliche Stärke braucht, wie Baumstammwerfen.

Gesellschaft

Die Spanier werden gemeinhin als sehr aufgeschlossenes und gastfreundliches Volk angesehen. Beinahe auf nichts wird mehr Wert gelegt, als auf den eigenen Freundeskreis und auf soziale Kontakte. Die Zeit, die im eigenen Freundeskreis verbracht wird, ist fester Bestandteil des Tages und schließt etwa Besuche in Bars und Diskotheken, Ausflüge oder gemeinsames Essen und Trinken ein. Auch als Ausländer oder Neuankömmling wird man in der Regel enthusiastisch in den Freundeskreis aufgenommen. Die Spanier gelten zudem als sehr hilfsbereit und können unterstützend zur Seite stehen, wenn es beispielsweise darum geht, sprachliche oder bürokratische Hürden zu überwinden.  Auch die Spanier der älteren Generationen sind sehr freundlich und kultiviert, jedoch verstehen und sprechen nur wenige von ihnen Englisch. 

Andere Auswanderer treffen 

Abgesehen von lokalen Einwohnern, kann auch das Treffen von anderen Auswanderern spaßig sein. Sie sind in der gleichen Situation wie du und ihr könnt euch gegenseitig bei der Integrierung helfen. Durch Internations ist es einfach, sich mit anderen Auswanderern zu verbinden. Auf dieser Plattform könnt ihr euch gegenseitig Tipps zum Leben in Spanien geben und euch über bevorstehende Events austauschen.  Eine weitere Möglichkeit ist ein Spanischkurs in einem der vielen Sprachschulen in den Städten. Du kannst zum Beispiel mit einem Sprachkurs von Linguaschools in Barcelona, am Colegio Internacional Alicante oder am  LAE Madrid machen.  Eine andere Möglichkeit sind Auswanderer-Gruppen auf Facebook, wie die Gruppen  “Expats in Spain”, “LMDES - The Tribe” oder “Moving to Barcelona”.

Deutsche in Spanien

Laut dem nationalen Statistikinstitut Spaniens (Instituto Nacional de Estadística) waren zum Stichtag 1. Januar 2015 insgesamt 130.505 Deutsche in Spanien als wohnhaft gemeldet. Doch obwohl Mallorca gemeinhin als Lieblingsinsel der Deutschen gilt, lebte nur der zweitgrößte Anteil von ihnen auf den Balearen, zu denen Mallorca gehört. Mit 30.543 Deutschen stellten die Kanarischen Inseln den größten Anteil, gefolgt von 22.210 Deutschen auf den Balearen. Sehr beliebt bei Deutschen ist auch die Costa Blanca und insbesondere die Provinz Alicante, in der allein 19.918 Deutsche leben. Obwohl Spanien also vielen von uns als europäischer Nachbar und als Urlaubsziel sehr vertraut erscheinen mag, kann die Realität oft ganz anders aussehen. Denn wer sich plötzlich in der Großstadtwüste von Madrid, Barcelona oder Valencia oder etwa im baskisch-sprachigen Teil Spaniens wiederfindet, kann schnell Heimweh bekommen und die Lust verspüren, sofort wieder nach Deutschland zurückzukehren. Wer nach kulturellen Aktivitäten sucht, ist am besten beim Goethe-Institut, dem deutschen Sprach- und Kulturinstitut in Spanien, aufgehoben. Hier wird regelmäßig in Form von Konzerten, Lesungen und Publikationen Kultur vermittelt. In den sozialen Netzwerken haben sich in Spanien lebende Deutsche zu Gruppen zusammengeschlossen, die beispielsweise Deutsche in einer Stadt oder in ganz Spanien ansprechen sollen (Deutsche in Spanien, Deutsche in Madrid, Deutsche in Barcelona, etc.).

Deutsche Vereine in Spanien

Gemeinnützige deutsche Vereine in Spanien, wie zum Beispiel der weltweit aktive Verein Deutsche im Ausland e.V. unterstützen deshalb nach Spanien Reisende sowie Auswanderer in sämtlichen Bereichen, die das Organisatorische und das alltägliche Leben umfassen (Ärzte, Schulen, Bäcker, Krankenhäuser, Rechtsanwälte, etc.). Dazu haben auf dem Portal Deutsche im Ausland über 3000 deutsche Unternehmen, Vereine sowie Privatpersonen dem Portal ihre Kontaktdaten zur Verfügung gestellt.  

Lebenskosten in Spanien 

Die Lebenskosten in Spanien sind unter anderem am niedrigsten in Westeuropa, auch in den großen Städten. Ein importiertes Bier kann 3 € kosten und ein Cappuccino 1,80 €. Sobald du dich mit den guten Orten für ein Abendessen auskennst, kann eine Mahlzeit für zwei Personen ca. 40-50 € kosten.  Darüber hinaus beträgt das Durchschnittseinkommen in Spanien 1.440 € im Monat, als Auswanderer kannst du aber mit mehr rechen. Du gehst gerne ins Kino? Gut für dich, denn eine Karte kostet nur ca. 10 € in Spanien. Hier hast du eine Tabelle mit den verschiedenen Kosten in den Städten sehen:

  Madrid Sevilla
Essen: 1 kg Orangen 1 kg Kartoffeln 12 Eier 1.66 € 1.25 € 2.04 € 1.33 € 0.89 € 1.82 €
Restaurants: 1 Bier Mahlzeit für zwei Cappuccino 3.00 € 49.00 € 1.92 € 2.00 € 30.00 € 1.42 €
Sport/ Freizeit: Fitnessstudio Abo Kinokarte 38.26 € 9.00 € 32.22 € 7.00 €
Öffentliche Verkehrsmittel: Einzelfahrkarte Bus Taxi (5 km) 1.50 € 5.50 € 1.40 € 4.70 €
Durchschnittliches Gehalt  (Monatlich ungefähr) 1,590.40 € 1,261.62 €

 

Öffentliche Verkehrsmittel 

Montjuïc park, Barcelona Montjuïc park, Barcelona

Es gibt viele Optionen beim öffentlichen Verkehr in Spanien: von modernen Metros bis zu schnellen Zügen zwischen den Städten. Die schnellste Option in der Stadt ist das Metro, du kannst aber auch einen Bus (Autobús) oder die Straßenbahn nehmen. Das ist die billigste und auch gängigste Möglichkeit in Spanien, in sowie zwischen den Städten. Die Ticketpreise können zwischen den Städten variieren, kosten aber ca. 1-2 €. Abgesehen davon kannst du mit dem Zug reisen. Spanien hat das größte Netzwerk an Hochgeschwindigkeitszügen mit mehr als 2.500 km Strecken und vielen weiteren im Bau. Zum Beispiel dauert eine Fahrt zwischen Barcelona und Madrid weniger als drei Stunden, während man mit dem Auto oder Bus acht Stunden braucht. 

Spanisch lernen 

Deine Arbeitsstelle bestimmt, ob du Spanisch lernen musst. Jedoch ist es sehr nützlich, die lokale Sprache zu beherrschen. Im Alltag kannst du vielleicht mit Englisch davonkommen, bei Notfällen und bei häuslichen Angelegenheiten ist ein wenig Spanisch sehr wichtig. Um die Sprache zu lernen, kannst du einen Sprachkurs online finden oder eine der Sprachschulen in Spanien besuchen. Vor allem wirst du die Sprache durch Kommunikation mit Einwohnern lernen. Spanisch wird international genutzt und du wirst sehr davon profitieren, diese Sprache zu beherrschen. Hier sind einige wichtige Sätze für dich: 

  • Guten Morgen – Buenos días
  • Danke  – Gracias
  • Wie geht es dir? – ¿Cómo estás?, ¿Qué tal?

Sprachliche Beziehungen

Die spanische Sprache unterscheidet sich von der deutschen grundlegend, da sie ihre Wurzeln im Lateinischen und Arabischen hat. Dementsprechend schwer kann es fallen, das Spanische von Grund auf neu zu erlernen. Um die Vermittlung spanischer Sprache und Kultur in Deutschland kümmert sich das 1991 gegründete Instituto Cervantes, das in München seinen Sitz hat, jedoch auch in anderen Großstädten wie Bremen, Frankfurt, Berlin und Hamburg vertreten ist. Hier sind gute Angebote an Sprachkurse zu finden. Umgekehrt ist das Goethe-Institut bereits seit 1957 in Spanien aktiv. Für Sprachanfänger empfiehlt sich in jedem Falle der Besuch eines Kurses. Im besten Falle kann dieser mit einer Sprachreise verbunden werden, was außerdem hilft, das zukünftige Wohnland besser kennenzulernen. Solche Sprachreisen werden beispielsweise von dem Unternehmen Don Quijote  angeboten, das in den über 30 Jahren seines Bestehens neun Sprachschulen in Spanien (u.a. in Madrid, Barcelona, Sevilla, Granada, Valencia und auf Teneriffa) sowie zahlreiche andere in Lateinamerika eröffnet hat. Die Leistungen von Don Quijote umfassen nicht nur Sprachkurse, sondern auch Unterkunft und Verpflegung sowie eine Einführung in die spanische Kultur.  


Arbeiten in Spanien 

Als Deutsche/r in Spanien Karriere machen

Roman aqueduct, Segovia Roman aqueduct, Segovia

Wer als Deutscher nach Spanien auswandert, wird schnell feststellen, dass der deutsche und der spanische Arbeitsmarkt eines gemeinsam haben: Es herrscht Fachkräftemangel. Das hängt zum einen mit den Schwächen im spanischen Bildungssystem zusammen, das oft nur mangelhafte Fremdsprachenkenntnisse vermittelt. Zum anderen ist der größte Teil der spanischen Unternehmen im Dienstleistungssektor aktiv, der, allen Krisen zum Trotz, immer stärker nach Internationalisierung strebt.

1.Fachkraft im Dienstleistungssektor

Man muss nicht erwähnen, dass hochqualifizierte Profis hier einen Vorteil haben werden. Jedoch reichen teilweise auch sehr gute Sprachkenntnisse, da Unternehmen international agieren und vor allem nach Leuten Ausschau halten, die Fremdsprachen sehr gut beherrschen. Viele Unternehmen sind sehr offen gegenüber der Anstellung von Leuten aus dem Ausland.  Der spanische Arbeitsmarkt im Tourismussektor ist für multilinguale Talente sehr interessant und vielversprechend, der wichtigste Arbeitgeber in Spanien. Das Fehlen von Sprachfähigkeiten der Spanier führt dazu, das viele Unternehmen Leute aus dem Ausland beschäftigen, vor allem aus nordischen Ländern wie Deutschland.  Besonders vielversprechend ist der Arbeitsmarkt für deutsche Arbeitskräfte im Tourismus-Sektor, denn 2014 besuchten 10,4 Millionen deutsche Touristen Spanien (+5,7 Prozent im Vergleich zu 2013). Damit machten deutsche Touristen 16 Prozent aller Touristen und somit den drittgrößten Anteil der Besucher aus (nach Briten und Franzosen). Umgekehrt besuchten 2,1 Millionen Spanier Deutschland. Ihr Anteil wuchs gegenüber dem Vorjahr um 5,8 Prozent.

2.Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft

Wie in Deutschland beklagt auch die spanische Landwirtschaft einen extremen Arbeitskräftemangel. Dementsprechend gefragt sind Berufe wie Landmaschinentechniker, Pflanzenschutztechniker und andere Fachkräfte in der Landwirtschaft (zum Beispiel Arbeitskräfte zur Ernte). In der Lebensmittelverarbeitenden Industrie sind insbesondere Fachkräfte für Obst und Gemüse gefragt.

3.Wissenschaftlich-technischer Sektor

In diesem breitgefächerten Sektor werden insbesondere technisch versierte Fachkräfte im Bereich IT gesucht (EDV-Fachkräfte, Programmierer, Telekommunikationsfachkräfte, Grafik-Designer, Controller usw.). Er umfasst aber auch Tätigkeiten in den Bereichen Umweltschutz und Recycling sowie in den Bereichen Marketing und Forschung.

4.Handwerkliche Berufe und Selbständigkeit

Auch wer handwerklich begabt ist und eine entsprechend Berufsausbildung absolviert hat, kann in Spanien schnell fündig werden, da die Hürden für Selbständige in Spanien niedriger sind als in Deutschland. Wer sich in einem anderen Metier selbständig machen will, hat ebenfalls gute Chancen, da 8 Prozent der spanischen Unternehmen Kleinbetriebe sind. Insgesamt sind rund 1300 deutsche Unternehmen in Spanien aktiv. Sie organisieren sich in der Deutschen Handelskammer für Spanien, AHK Spanien.

Sich für einen Job bewerben 

Wenn du dich für einen Job in Spanien bewirbst, brauchst du einen Lebenslauf in Englisch oder Spanisch. Selbst wenn du dich bei einem Unternehmen bewirbst, wo man deine Muttersprache spricht, könnte das für deine Bewerbung zuständige Personal international sein. Außerdem sollte dein Lebenslauf und dein Bewerbungsbrief auf dem aktuellsten Stand sein und die Info korrekt sein. Vergesse nicht, deine Stärken hervorzuheben und alle Sprachen hinzuzufügen, die du beherrschst!

Arbeitsumfeld und -kultur 

Spanier sind für ihre Freundlichkeit bekannt und das spiegelt sich auch am Arbeitsplatz wider, ohne dass das Unternehmen an Professionalität verliert; es ist eine gute Balance. Es wird geschätzt, wenn du spanische Bräuche und Gewohnheiten respektierst. Zum Beispiel wird die berühmte Siesta in vielen Unternehmen immer noch eingehalten, wodurch einige Unternehmen für ca. zwei Stunden mitten am Tag schließen.  Wenn es um die Arbeitskultur in Spanien geht, mögen es viele Leute, ein Meeting beim Mittag- oder Abendessen abzuhalten, um eine informelle Atmosphäre zu erzeugen. Außerdem brauchst du keinen Dresscode am Arbeitsplatz. Die meisten Unternehmen mit internationalen Angestellten haben eher einen Casual Style- solange du nicht in komplett unpassenden Klamotten kommst, die eher für den Strand oder einem Barbecue mit Freunden gedacht sind. 

Das Anstellungsverhältnis 

Wenn du Vollzeit in Spanien arbeitest, wirst du wahrscheinlich eine Arbeitswoche von 40 Stunden haben. Wenn es nicht anders abgemacht ist, solltest du nicht mehr als 9 Stunden am Tag arbeiten. Als Auswanderer kannst du mit einem Durchschnittseinkommen von 1.400 € rechnen, was ein gutes Einkommen ist, um die Sonne zu genießen und leben davon zu können. Abgesehen von den 14 öffentlichen Feiertagen hast du auch 22 jährliche Urlaubstage. Die minimale Kündigungsfrist beträgt durch da Gesetz 15 Tage. Jedoch kann das je nach Sektor variieren. Orientiere dich an deinem Arbeitsvertrag. 

Networking 

In den großen Städten Spaniens gibt es viele internationale Communities und Netzwerke. Diese Netzwerke sind wertvolle Ressourcen, da sie dein soziales Leben auf viele Weisen verbessern können. Die beste Möglichkeit, diese zu finden, ist das Internet. Wie bereits erwähnt gibt es auf Facebook viele Auswanderer-Gruppen für Spanien. Eine weitere Webseite ist Meetup, wo du an interessanten Aktivitäten teilnehmen kannst und gleichzeitig Freunde finden kannst! Des Weiteren organisiert Spanien viele internationale Networking und Business Veranstaltungen. Du kannst viele solche Events auf eventbrite finden. Bedenke jedoch, dass viele Events durch Corona abgesagt werden, auch wenn einige virtuell stattfinden oder verfügbar sind.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist für Spanien einer der wichtigsten Handelspartner überhaupt. Konkret gesprochen ist Deutschland an 1. bis 3. Stelle auf der Liste der wichtigsten Handelspartner Spaniens. Laut der Deutschen Vertretung in Spanien betrug das Volumen des bilateralen Handels zwischen den beiden Ländern im Jahre 2014 etwa 56,8 Milliarden Euro, was eine Steigerung um 9,1 Prozent zum Vorjahr bedeutete. Davon entfielen aus spanischer Sicht 31,9 Milliarden Euro auf Importe aus Deutschland sowie 24,9 Milliarden Euro auf Exporte nach Deutschland. Den größten Anteil der Importe aus Deutschland machen Autos und sonstige KfZ-Teile, chemische Produkte und Maschinen aus. Umgekehrt exportierte Spanien ebenfalls am häufigsten Autos und KfZ-Teile, chemische Erzeugnisse sowie Nahrungsmittel. Der spanische Tourismussektor registrierte insgesamt 10,4 Millionen deutsche Touristen (16 Prozent der Gesamttouristen). Nur Briten und Franzosen reisten häufiger nach Spanien. Die Übernachtungszahl spanischer Gäste in Deutschland betrug 2,1 Millionen. Die rund 1300 deutschen Unternehmen in Spanien organisieren sich in der Deutschen Handelskammer für Spanien (AHK Spanien).  


 

In Spanien ankommen 

Plaza España, Sevilla Plaza España, Sevilla

Da Spanien Teil der EU ist, kann man als EU- oder EEA Bürger problemlos dorthin ziehen. Du musst dich nicht für ein Visum bewerben oder eine Arbeitserlaubnis bekommen, wenn du aber in Spanien mehr als drei Monate lang bleiben möchtest, musst du dich um eine Sozialversicherungsnummer kümmern und dich beim Melderegister (Padrón) anmelden und dich für eine Steuernummer (NIE) bewerben. 

  • Die Sozialversicherungsnummer ermöglicht dir den Zugang zur Sozialversicherung und zur Krankenversicherung in Spanien. Die Sozialversicherung wird normalerweise vom Arbeitgeber bezahlt. Sobald du dich im Sozialversicherungssystem registriert hast, bleibt diese Nummer dein Leben lang. Um eine Nummer zu erhalten, musst du die TA-1 Form herunterladen und zu deinem örtlichen"Tesorería de la Seguridad Social" gehen. 

 

  • Die NIE (Steuernummer) braucht jeder Ausländer mit einer legalen oder steuerlichen Aktivität in Spanien. Die NIE ist eine Steuer- und Identifikationsnummer und ist essenziell für alle finanziellen Transaktionen, die das spanische Finanzamt betreffen. NIE Bewerbungen können während eines Aufenthaltes in Spanien erledigt werden bei einer Polizeistation der Spanischen Nationalpolizei.

 

  • Registrierung in “El Padrón”: El Padrón ist Spaniens Melderegister. Da die Anmeldung im Rathaus erledigt wird, solltest du dort direkt nachfragen, welche Dokumente benötigt werden, was von der Stadt abhängig ist. Der große Vorteil, in El Padrón registriert zu sein, ist, dass du ein offizieller Bewohner Spaniens wirst. 

Aufenthaltsrecht in Spanien

Durch das am 1. Januar 2005 in Kraft getretene Gesetz über die allgemeine Freizügigkeit von Unionsbürgern (§ 1 FreizügG/EU) sind Sie als Deutscher in Spanien aufenthalts- und arbeitsberechtigt. Dafür benötigen Sie seit dem 28. Januar 2013 keinerlei Freizügigkeitsbescheinigung mehr. Als nicht erwerbstätiger Unionsbürger müssen Sie ausreichende Existenzmittel sowie ausreichenden Krankenversicherungsschutz nachweisen. Gleiches gilt für Ihre Familienangehörigen. Für einen Aufenthalt über drei Monaten ist die Meldung im Einwohnermeldeamt erforderlich. Steuerlich gilt für alle Länder der europäischen Union die Befreiung der Doppelbesteuerung (Steuern werden im Land des Erstwohnsitzes gezahlt).

Ein Bankkonto eröffnen 

Als Ausländer ein Bankkonto in Spanien zu eröffnen ist dank der EU-Regelungen nicht kompliziert. Generell musst du zur Bank persönlich kommen und folgende Dokumente mitbringen: 

  • Dein Reisepass und deine NIE Nummer
  • Ein Kontoauszug mit deiner alten Adresse 
  • Ein Dokument, dass deine Adresse in Spanien bestätigt, sowie eine Gas-, Wasser- oder Stromrechnung, die max. drei Monate alt ist
  • Bestätigung deines Dienstverhältnisses, zum Beispiel ein Arbeitsvertrag, eine Studentenkarte, etc.

Einige Bank Optionen sind Banco Santander, CaixaBank, Banco de Sabadell, Bankia und Bankinter. Du kannst ein Konto auch online eröffnen, es könnte aber hilfreich sein, die Bank zu besuchen, um Missverstände zu vermeiden. 

Krankenversicherung

City of Arts and Sciences, València City of Arts and Sciences, València

Als EU-Bürger hast du das gleiche Recht auf eine Krankenversicherung wie die spanischen Bürger, egal, wo du geboren bist. Sobald du deine Sozialversicherungsnummer und deine Steuernummer hast und offiziell in Spanien registriert bist, kannst du auch Hilfe vom öffentlichen Gesundheitssystem bekommen. Du bist im Gesundheitssystem angemeldet, sobald du deine Sozialversicherungsnummer hast. Jedoch musst du dich für deine Krankenkassenkarte bewerben (im selben Tesorería), um dich in Krankenhäusern und Gesundheitszentren identifizieren zu können.  Spanien ist für eins der besten Gesundheitssysteme der Welt bekannt. Das öffentliche System, ein Single-Payer-Gesundheitssystem, ermöglicht ein kostenloses grundlegendes Gesundheitswesen  für diejenigen, die zum spanischen Sozialversicherungssystem beitragen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich privat zu versichern, wenn du ein größeres Angebot bevorzugst.

Steuern und Sozialabgaben 

Die Steuern in Spanien variieren zwischen 19 bis 45 % je nach Einkommen. Die Einkommensteuer wird vom Arbeitnehmer bezahlt. Als selbstständiger Unternehmer musst du alle Steuern selbst an das Finanzamt überweisen. Wenn du weniger als 8.000 € im Jahr verdienst, musst du überhaupt keine Steuern zahlen. Des Weiteren bezahlst du zwischen 1,7 und 4,7%  an Sozialabgaben. 

Bildungssystem

Das spanische Bildungssystem sieht eine Schulpflicht bis zu einem Alter von 16 Jahren vor. Die Schullaufbahn eines Schülers gliedert sich in drei Abschnitte: Die „Educación primaria (vergleichbar mit der Grundschule) die sechs Jahre umfasst, die „Educación Secundaria Obligatoria“ (ESO), sowie eine zweijährige Oberstufe, die zum Erlangen des „Bachillerato“, des Abiturs, führt. Daneben kann nach Abschluss der ESO auch ein berufsbildender Zweig („Ciclo formativo“) gewählt werden. Im Bereich der Hochschulbildung haben die meisten spanischen Universitäten mittlerweile das Bachelor/Master-System übernommen. Allerdings ist die Bologna-Reform noch nicht vollständig umgesetzt, sodass einige Universität noch das vierjährige „Grado“- und „Postgrado“-System anwenden, das einen einzigen Studiengang im Stile des Diploms vorsieht. An spanischen Universitäten müssen im Allgemeinen Studiengebühren von ca 800 bis 1000 Euro pro Semester gezahlt werden. Für private Universitäten können deutlich höhere Gebühren anfallen. Es gibt sogar die Möglichkeit eine deutsche Ausbildung zu absolvieren. Die deutsche Auslandsschule FEDA in Madrid bietet Abiturienten die Chance eine Ausbildung oder ein duales Studium nach dem deutschen System zu machen. Die Unterrichtssprache ist je nach Programm entweder Deutsch oder Spanisch.  

Die Hauptgründe für den Umzug nach Spanien 

Das Leben und Arbeiten in Spanien ist eine wertvolle Erfahrung, da du deine Karriere steigern und gleichzeitig das spanische Wetter, die Kultur und das leckere Essen genießen kannst. Spanien hat Vieles zu bieten: von historischen Orten zu entspannten Tagen am Strand mit deinem Lieblingsgetränk.  Von der Jobperspektive gibt es viele Chancen, eine Stelle bei internationalen Unternehmen zu finden, wo die Kenntnisse deiner Muttersprache vom großen Vorteil sein können, vor allem im Tourismussektor. So oder so suchen viele Unternehmen in Spanien Talente aus dem Ausland und es gibt viele Möglichkeiten, in Zukunft befördert zu werden. Letztendlich wird ein Aufenthalt in Spanien eine unvergessliche Erfahrung sein!  Verpasse nicht die Chance- bewirb dich heute noch für einen Job in Spanien mit Workwide!